Wenn Sie in einem Altbauprojekt Estrich Asbest aus den 60er oder 70er Jahren erkennen, gilt eine klare Regel: Besteht ein Verdacht auf Asbest, wird die Arbeit sofort unterbrochen, bevor überhaupt ein Werkzeug angesetzt wird.
Das Wichtigste zu Estrich Asbest aus den 60er / 70er Jahren auf einem Blick:
- 🏚️ Gebäude aus den 60er und 70er Jahren tragen ein erhöhtes Asbestrisiko im Boden
- 🧴 Nach unserer Erfahrung betrifft es noch häufiger den Kleber unter Teppich oder Bodenbelag als den Estrich
- 🟫 Bodenbeläge wie Floor Flex Platten gehören zu den typischen Verdachtsquellen
- 🧱 Magnesitestrich ist heute selten, muss im Verdachtsfall aber geprüft werden
- 🔬 Probenahme und Sanierung nur durch Fachbetriebe mit Zulassung nach TRGS 519
- ⛔ Wir als Estrichleger stoppen bei Verdacht, informieren und verweisen weiter
- ✅ Nach erfolgreicher Sanierung kommen wir zurück und setzen die Arbeit fort
Warum Gebäude der 60er und 70er Jahre besonders häufig betroffen sind
In der Wirtschaftswunderzeit entstanden in kurzer Zeit sehr viele Wohngebäude, Schulen und Gewerbeobjekte, und Asbest war dabei ein beliebter Baustoff.
| Fakt | Bedeutung für Altbauten |
|---|---|
| Asbest war günstig, hitzebeständig, vielseitig | Verbaut in über 3.500 verschiedenen Bauprodukten |
| Verbot erst zum 31. Oktober 1993 | Alles davor gilt als potenziell betroffen |
| Nahezu alle Gebäude vor 1993 potenziell betroffen | Einschätzung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) |
| Beweislastumkehr gilt | Vor 1993 verbaut = asbesthaltig, bis Gegenteil bewiesen ist |
Auch wenn kein Asbest bei Ihnen vorhanden ist, Estrich im Altbau ist generell ein Fall mit besonderen Ansprüchen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: Estrich im Altbau: Statik, Höhe und Fußbodenheizung.

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Magnesitestrich und Steinholzestrich: Was wir aus eigener Erfahrung wissen
Unsere Erfahrung mit Magnesitestrich, auch Steinholzestrich genannt, in Kurzform:
- Kommt in unserer Praxis mittlerweile nur noch sehr selten vor
- Muss dort, wo er noch vorhanden ist, im Vorfeld geprüft werden
- Bei zwei von uns ausgebauten Magnesitestrichen wurde keine Asbestbelastung festgestellt
- Trotzdem kein Freibrief: Jeder Einzelfall braucht eine eigene Beurteilung
- Bei den in unserer Region (OWL und Nordhessen) üblichen Estricharten wie Gussasphaltestrich war erfahrungsgemäß in der Regel kein Asbest im Estrich selbst enthalten
Die eigentliche Gefahr steckt aus unserer Erfahrung meist nicht im Estrich, sondern in dem, was darauf oder darunter verarbeitet wurde. Im Einzelfall sollte zur Sicherheit bei Verdacht die Lage aber immer durch einen Fachbetrieb geprüft werden.
Floor Flex Platten und Bitumenkleber: Die Gefahrenquelle, die oft übersehen wird
Die größere und häufigere Gefahrenquelle ist erfahrungsgemäß der Kleber, mit dem Teppich oder Bodenbelag auf dem Estrich befestigt wurde, sowie bestimmte Bodenbeläge selbst.
Floor Flex Platten auf einen Blick:
- Quadratische, glatte PVC Fliesen ohne Trägerschicht
- Grau oder braun meliert
- Enthalten laut Umweltbundesamt im Schnitt etwa 15 % fest gebundenen Asbest
- Häufig mit schwarzbraunem Bitumenkleber verlegt, der ebenfalls Asbest enthalten kann
Auch Fliesenkleber und Fugenmasse aus den 1970er bis 1990er Jahren wurden teilweise mit Asbest versetzt.
| Merkmal | Hinweis auf mögliche Asbestbelastung |
|---|---|
| Baujahr vor 1993 | Grundsätzlich als möglich betroffen einzustufen |
| Quadratische PVC Platten, 20 bis 30 cm | Typisch für Floor Flex Platten |
| Schwarzbrauner, teerartiger Kleber | Häufig asbesthaltiger Bitumenkleber |
| Magnesit oder Steinholzestrich | Selten, aber prüfpflichtig |
Wichtig dabei: Optisch lässt sich Asbest nicht sicher erkennen. Ob ein Material tatsächlich belastet ist, kann nur eine Laboranalyse zeigen.
Was passiert, wenn Asbestverdacht besteht: Unser Ablauf von Arbeitstopp bis Freigabe

-
Sobald ein Verdacht auf Asbest besteht, Arbeit sofort unterbrechen
-
Kunden transparent informieren und Verdachtslage erläutern
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An einen zertifizierten Fachbetrieb für Schadstoffsanierung verweisen
-
Nach erfolgreichem Entfernen der Altlasten und Freigabe die Estricharbeiten fortsetzen
Die Probenahme und Entfernung asbestverdächtiger Materialien führen wir nicht selbst durch. Das ist die Aufgabe von Fachbetrieben mit entsprechender Qualifikation.
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Estrich Asbest Test und Probe: Was wir von Kunden erwarten und was verboten ist
| Wer | Was erlaubt / erforderlich ist |
|---|---|
| Kunden | Keinesfalls selbst anbohren, aufschneiden oder herausreißen |
| Wir als Estrichbetrieb | Keine Probenahme, keine Sanierung, ausdrücklich nicht unser Aufgabenbereich |
| Fachbetrieb für Schadstoffsanierung | Zulassung nach TRGS 519 sowie anerkannter Sachkundenachweis erforderlich |
| Auftraggeber | Muss laut Gefahrstoffverordnung Baujahr und Schadstoffhinweise vorab mitteilen |
Orientierung bietet zusätzlich die Leitlinie für die Asbesterkundung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Nach der Asbestsanierung: Was wir prüfen, bevor wir wieder anfangen
Bevor wir die Estricharbeiten nach einer Asbestsanierung fortsetzen, prüfen wir:
-
Liegt die Freigabebestätigung des Fachbetriebs vor
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Wurden belastete Materialien vollständig und fachgerecht entfernt
-
Liegt eine Freimessung vor
Erst wenn die Punkte erfüllt sind, beginnen wir wieder mit unserer Arbeit auf der Fläche.
Fazit zum Thema Estrich Asbest aus den 60er / 70er Jahren
Asbest im Estrichbereich ist bei Gebäuden vor 1993 ein reales, aber bei richtiger Handhabung gut zu bewältigendes Risiko. Entscheidend ist, den Verdacht ernst zu nehmen, die Arbeit rechtzeitig zu stoppen und den Ausbau den dafür qualifizierten Fachbetrieben zu überlassen.
Häufige Fragen zu Asbest im Estrichbereich
Ab welchem Baujahr ist Asbest bei Altbau überhaupt ein Thema?
Bis zum 31. Oktober 1993 durften asbesthaltige Baustoffe in Deutschland noch verwendet werden, danach gilt ein vollständiges Verbot. Das BMAS geht davon aus, dass nahezu alle Gebäude, die vor diesem Datum errichtet wurden, vom Einsatz asbesthaltiger Baustoffe betroffen sein können.
Floor Flex Platten von Asbest Verdacht betroffen?
Floor Flex Platten sind quadratische, glatte PVC Bodenplatten ohne Trägerschicht, meist grau oder braun meliert. Sie wurden von den 1950er bis 1980er Jahren verlegt und enthalten laut Umweltbundesamt im Schnitt etwa 15 Prozent Asbest, oft zusätzlich im verwendeten Bitumenkleber.
Darf ich verdächtigen Estrich Asbest selbst entfernen?
Die Entfernung von Estrich, der unter Verdacht steht Asbest zu enthalten, ist ausschließlich zertifizierten Fachbetrieben mit Zulassung nach TRGS 519 vorbehalten. Eigenständiges Herausreißen kann gefährliche Fasern freisetzen und ist nur für Betriebe mit entsprechender Qualifikation erlaubt.
Wie lässt sich Asbest im Estrich sicher nachweisen?
Eine sichere Feststellung von Asbest im Estrich ist nur durch eine Laboranalyse einer fachgerecht entnommenen Materialprobe möglich. Optische Merkmale wie Farbe, Muster oder Verlegeart geben lediglich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, ersetzen aber keine Untersuchung durch ein akkreditiertes Labor.
Wer informiert den Handwerker über Estrich Asbest Risiken?
Der Auftraggeber muss dem ausführenden Betrieb vor Arbeitsbeginn das Baujahr des Gebäudes sowie bekannte Schadstoffhinweise mitteilen. Diese Informations- und Mitwirkungspflicht ergibt sich aus der Gefahrstoffverordnung und soll Handwerker vor unbewusster Asbestexposition auf der Baustelle schützen.
Was passiert wenn Belastung des alten Estrichs mit Asbest vorliegt?
Die Erneuerung des Estrichs wird erst nach vollständiger Entfernung der alten, belasteten Materialien und einer vorliegenden Freimessung fortgesetzt. Die schriftliche Freigabebestätigung des Fachbetriebs für Schadstoffsanierung ist dabei die verbindliche Voraussetzung, bevor weitergearbeitet wird.


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